Donnerstag, 30. oktober 2008
Ich habe ja so einiges der väterlichen Gene geerbt.
Sei es der Hang, immer zu sagen was der kranke Kopf denkt, immer gegen den Strom schwimmen zu müssen. Das immer-besser-wissen-wollen oder auch das permanete Hinterfragen vom allem. Hinnehmen ist sowohl ihm als auch mir fremd und je älter ich werde, umso mehr bekommt auch er zu spüren, was ich denn so "von ihm" habe. Sprich es gibt so manche Diskussion, bei dem es ihm immer schwerer fällt Oberwasser zu gewinnen.
Auch optisch sehe ich mehr wie der Vater aus. Die gleichen Gesichtszüge, die gleiche Nase und auch die Hand und Nagelformen sind sie gleich. Von der Mutter ist irgendwie nichts auf mich übertragen worden.
Nun hat der Vater die Eigenschaft immer zu den unmöglichsten Momenten zu erscheinen. Entweder bin ich gerade aus dem Bett gekrochen, bei Malen, ergo in Arbeitskleidung. Irgendwie bin ich immer in Schlunzi oder schmutzig wenn er zu seinen üblichen Spontanbesuchen erscheint.
Heute erwischte er mich nun wieder gerade dem Bett entkrochen. Entgegen aller Gewohnheiten habe ich mich heute früh nochmal umgedreht, weil in der Nacht, aufgrund mehrerer asthmatischer Hustenanfälle, an Schlaf nicht zu denken war.
Erst rief die Lästerschwester an und so war ich wenigstens schon halbwegs wach, als es quasi zeitgleich an der Tür klingelte. Haare irgendwie zusammengetüttert, schnell ne Jogginghose über die Boxershorts, Jacke über das alte Firmen-TShirt, welches es in zwanzigfacher Ausführung gibt und immer zum Schlafen genutzt wird und so ging ich mit verschlafenen Gesicht zur Türe um den Vater umarmed in Empfang zu nehmen.
Warum sieht der alte Kerl eigentlich immer aus wie aus dem Ei gepellt?
Das Haar immer akurat frisiert, der Bart auf den hundertstell Millimeter genau gestutzt, Der Anzug samt Weste und Schlips trotz Autofahrt frei von Sitzfalten. Ich verstehe das nicht. Kein Staubkorn auf den teuren Lederschühchen. Der wirkt mit seinen 59 Jahren neben mir wesentlich jünger als ich selbst.
Warum habe ich eigentlich was Eitelkeit betrifft nichts von ihm abbekommen? Ich warte auf den Tag, an dem er mich wie ein kleines Mädchen zum Shoppen mitschleppt und mich adäquat einkleidet.
"Die hat nur Schlabbersachen, so geht das nicht"
von Tasha - veröffentlicht in: Nachgedacht - Community: Alltagswahnsinn
Kommentar hinzufügen - Kommentare (4) - empfehlen
Mittwoch, 29. oktober 2008
Ich mag mein Auto! Ja! Sehr sogar und dass die verdammte Batterie heute den Geist aufgegeben hat, daran ist er ja nun auch nicht Schuld. Zu den neuen Reifen kommt jetzt also noch etwas strombringendes dazu und wenn ich denn schon in Sachen Auto unterwegs bin, werde ich auch gleich mal schauen was denn das defekte Doppelrelais so kostet. Freund Frau B. sagte zwar man könne das irgendwie überbrücken aber ich bin nicht "man"!
Dazu macht ein Ölwechsel vorm Winter immer Sinn und last but least sollte ich nach der Frostfestigkeit des Kühlers schauen. Bei sowas fehlt mir doch irgendwie "der" Mann im Haus aber glücklicher Weise bin ich was Autos angeht nicht ganz so unbeholfen wie bei PC technischen Dingen. Obwohl ich mir grad eine einfach gestricktere Maschine wünsche. So VW, Opel oder die Richtung. Das guckt frau rein und weiss auf Anhieb was wo liegt.
Hätte ich doch bloss meine To-Do-Liste abgearbeitet, die kleinen Sünden betraft der liebe Gott ja bekanntlich sofort....
von Tasha - veröffentlicht in: Der übliche Ärger - Community: Alltagswahnsinn
Kommentar hinzufügen - Kommentare (6) - empfehlen
Mittwoch, 29. oktober 2008
  • Fenster putzen würde, könnte ich das Licht drinnen auslassen und viel Strom sparen!
  • Den Garten anfangen würde winterfest zu machen, hätten die Nachbarn bestimmt endlich mal einen positiven EIndruck von mir.
  • Den persönlichen Zigaretten und Cappu-Konsum einstellen würde, wäre ich ein äusserst disziplinierter Mensch.
  • Bügeln würde, müsste ich nicht mehr über den vollen Korb im Schlafzimmer stolpern.
  • Die Zimmerpflanzen umtopfen würde, hätten sie eine Chance zu überleben!
  • Die Decke im Therapiezimmer fertig bringen würde, müsste ich mich nicht mehr über den halbfertigen Scheiss ärgern.
  • Die letzten drei passenden Hosen flicken würde, hätte ich wieder was zum anziehen

Ich denke, ich backe jetzt erstmal Brötchen. Ein therapiefreier Tag muss gebührend begonnen werden!

von Tasha - veröffentlicht in: Nachgedacht - Community: Alltagswahnsinn
Kommentar hinzufügen - Kommentare (9) - empfehlen
Dienstag, 28. oktober 2008
Ich muss immer wieder feststellen, dass ich hier und da mal eine meine persönlichen Grenzen komme und besonders schnell ist diese erreicht wenn es um Dinge geht die den PC betreffen.
Seit gut einem Jahr ärgert mich das Mistviech von Rechner und lange wird es nicht mehr dauern und er wird das zeitliche segnen. Wahrscheinlich nur eine popelige Kleinigkeit, für die ich einfach zu dumm bin. Ich dachte dann ja ich mach mal was schlaues und kümmere mich darum meinen Laptop aufzurüsten. Genauso alt wie der Rechner nur viel weniger Speicher. Naja, ein bisschen Arbeitsspeicher, eine externe Festplatte ran und irgendwie wirds schon gehen aber ich musste feststellen, dass ich sogar zu blöde bin solches zu kaufen. Ja! Denn dafür müsste ich wissen was im Inneren steckt.
Hört man nichts mehr von mir, ist meine Doofheit daran Schuld und ich habe alles was es an netzfähigen Geräten hier gibt aktive Sterbehilfe geleistet :(
Zu einem neuen Rechner sagt mein Konto derzeit leider - is nich und lange wird das Drama hier nicht mehr gut gehen...
von Tasha - veröffentlicht in: Der übliche Ärger - Community: Alltagswahnsinn
Kommentar hinzufügen - Kommentare (8) - empfehlen
Montag, 27. oktober 2008
von Tasha - veröffentlicht in: Auf den Hund gekommen
Kommentar hinzufügen - Kommentare (3) - empfehlen
Montag, 27. oktober 2008
Kurz vorab...
Aphasie ist ein umfangreiches neurologisches Krankheitsbild.
Sie beinhaltet folgende Punkte
  • Lesen und Lesesinnverständnis ( das gelesene kognitiv  verstehen zu können )
  • Sprechen und Sprachverständnis ( das gehörte kognitiv verstehen zu können )
  • Schreiben
  • Rechnen
Für den normalen Menschen ist es schwer nachvollziehbar, wie es ist, wenn all diese Fähigkeiten von heute auf morgen weg sind.
Bei meinem Mister waren sie komplett weg. Er konnte schlecht bis gar nicht sprechen. Als die Sprache langsam wieder kam, zeigte sich eine ausgeprägte Wortfindungsstörung. Er konnte relativ schnell wieder lesen aber das Lesesinnverständnis war futsch. Rechnen ging auch gar nicht und so war die Diagnose ganz klar = Aphasie

Heute wurde zum wiederholten Mal der sogenannte Aachener Aphasietest durchgeführt und brachte das Ergebnis, welche ich mir dachte. Der Mister ist ab heute offiziell aphasiefrei!
Das ist kein Prozess, der von heute auf Morgen umschlägt. Das ist ein langer Weg und wenn ich wie heute dann die Ergebnisse zu dem ersten Test vergleiche, könnte ich mich in die Ecke setzen und heulen. Beim ersten Test hatte er eine Fehlerqoute von 95% und damit war die Aphasie eindeutig diagnostisiert. Im Vergleich dazu der heutige Test mit einer Fehlerqoute von EINEM Prozent. Das einzige was noch ansatzweise vorhanden ist, ist eine partielle Wortfindungsstörung. Wo mein Mister es sich aber auch immer wieder selbst schwer macht. Er war Zeit Lebens ein überschwänglicher Redner, der für sein Leben gerne Reden hielt und vorzugsweise mit Fremdworten um sich schmiss. Seine Ungeduld verbietet ihm, sich einfach auszudrücken und so will er wie gewohnt intelligent daherkommen. Tja und da fallen ihm eben die so heissgeliebten Fremdwörter nicht immer auf anhieb ein. Und je mehr er versucht auf ein bestimmtes Wort zu kommen, umso schwerer wird der Zugriff in dem Moment, was dazu fürht, dass man sich da schonmal komplett verhaspelt! Auf den Einwand unserer Logopädin, ob man nicht erstmal ein niedrigeres Level einpegeln lassen sollte, bevor man zeigt, wessen Geiste Sohn man ist, kam in Richtung des gerade bellenden Hundes ein : "Schnauze halten du blöder Flohsack"
Darum liebe ich diesen Mann!
Ja und unsere Logopädin ging soweit, als dass sie erstmalig eine Prognose gestellt hat! Das hat bisher weder ein Arzt noch ein anderer Therapeut sich getraut -  "Alles wird gut"
Für mich stand das die letzten zwei Jahre ausser Frage. Nicht ein Minute habe ich trotz aller anfänglichen schlechten Aussichten daran gezweifelt aber wenn man um die prognostische Zurückhaltung neurologischen, medizinischen Personals weiss, ist eine solche Aussage Salbe auf der Seele! Zwei Jahre Arbeit haben sich bis hierher gelohnt und die nächsten fucking Paar Jahre sitzen wir auf einer Arschbacke ab!

Das mag alles Gaga klingen was ich hier schreibe aber wenn man von heute auf morgen all seine Fähigkeiten verloren hat, absolut nichst mehr kann, ist jeder noch so kleine Schritt nach vorne ein Meilenstein! Und ab heute ist des Misters Allgemeindiagnose offiziell um ein Krankheitsbild ärmer!

Wow..

von Tasha - veröffentlicht in: Zeit des Erwachens - Community: Lebensalltag
Kommentar hinzufügen - Kommentare (7) - empfehlen
Montag, 27. oktober 2008
Sehr geehrte Frau K.

Erneut sende ich Ihnen gerne den Einkommensnachweis des Herrn M.. So langsam frage ich mich jedoch, was mit den vorherigen Kopien geschehen ist! Werden damit die Büroräume der AOK tapeziert?
Es ist ja nicht so, dass die mir entstandenen Kosten hierfür mittlerweile einen zweistelligen Betrag uberschreiten. Zweimal normales Porto, einmal als Einschreiben mit Rückschein und einmal die Benzinkosten dafür, dass ich die letzten Kopien persönlich vorbeibrachte. Die letzte Kopie habe ich eigenhändig in ihrem Hause bei Frau F. abgegeben.
Eine Kopie für Sie und eine für den Herrn P., der zu meiner persönlichen Verwunderung diese auch erhalten hat, andernfalls wäre eine Befreiung der Zuzahlungen wohl kaum möglich gewesen.
Aber da ich selbstverständlich unendlich viel freie Zeit habe, die ich sonst nicht anders zu nutzen wüsste, sitze ich hier erneut und schreibe Ihnen sehr gerne abermals einen unnötigen Brief.
Sicher könnte ich Sie auch anrufen und Sie bitten einfach zwei Bürotüren weiter zu gehen und Herrn P. zu bitten Ihnen vielleicht mit seiner Kopie auszuhelfen aber wo bliebe da meine persönliche Belustigung?
Dieses Schreiben inklusive Anlage sende ich Ihnen heute als Einwurfeinschreiben mit Rückschein und somit definitiv zum letzten Mal!
Was hier für Gelder verschwendet werden für unnütze Dinge, dienen mir aber durchaus als Erklärung dafür, wo denn der erwirtschaftete Überschuss der Kassen aus dem 2007 geblieben sind!

Ich verbleibe soweit mit freundlichen Grüssen und der Hoffnung, dass auch Sie endlich eine der vielen Kopien erreicht!
Natascha K.
von Tasha - veröffentlicht in: Motzky - Community: Alltagswahnsinn
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2) - empfehlen

Profil

  • : Tasha
  • tashas
  • : weiblich
  • : 28.12.1969
  • : Schleswig-Holstein
  • : Liebe Leben Humor Koma Alltägliches
  • : Auch harte Schalen haben weiche Kerne. Oft besserwisserisch aber durch gute Argumentation bekehrbar. Nicht immer leicht zu nehmen aber auch nicht allzu schwer verdaulich. Sarkastisch, ironisch, mit schwarzem Humor, diskussionsfreudig und lacht gerne

Feeds

  • RSS feed of articles

Zufallsbilder

  • DieTasha
  • DieTasha
  • DieTasha
  • DieTasha
  • DieTasha
Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden