Sunday, 8. june 2008 7 08 /06 /Juni /2008 19:42
Was die nächsten Wochen folgte war wie im Traum, absolut unrealistisch!

Durch die Unterkühlung und die TK ( künstliche Beatmung, direkt durch den Hals gelegt / Luftröhrenschnitt ) kam die 1. Lungenentzündung...... dieser folgten noch x andere. Nach 10 Tagen ca. haben die Ärzte dann versuch die Sedierung runterzufahren um Gunnar aus dem künstlichen Koma aufwachen zu lassen..... nichts....

Es hiess: "Er ist kräftig gebaut, die Sedierung legt sich in den Rezeptoren fest, je mehr Körperfette, desto länger kann es dauern bis er aufwacht"

Also gut... leicht gesprochen aber vorerst kein Grund sich ernsthaft zu beunruhigen.......

Die Tage vergingen und Gunnar wollte und wollte nicht aufwachen.... Dazu begann wieder der Stress mit Gunnars Familie. Seine Mutter hat haltlos irgendwelche Dokumente unterschrieben und konnte im nachhinein nicht mal sagen was.... tja... gefährlich wird es, wenn die Dummen fleissig werden!
Dazu aber mehr im "Rosenkrieg"...

Nach genau 4 Wochen Intensivstation wurde Gunnar immernoch komatös nach Malente zur Frühreha verlegt. Auch hier weiterhin die selben Dramen... Lungenentzündung.... x Wochen durchgehend Antibiose.... und aufwachen wollt mein Meyerlein immernoch nicht! Alle bisherigen Untersuchungen wie MRT, CCT waren ohne Befund..... Warum war der Kerl nicht wach zu kriegen?

Ich steh seid Jahren auf Kriegsfuss mit dem alten Mann oben... aber irgendwann habe ich angefangen zu beten... ich denke das tut man zwangsläufig in solch einer Situation. Naja... besser geworden ist " unser Verhältnis " dadurch nu auch nicht und ob´s was gebracht hat? Keine Ahnung....




Tag 35 gesamt. 
7. Tag Reha in der August-Bier-Klinik in Bad Malente.
Diagnose, tiefes Koma nach Reanimation. Der Weg ist Ziel und der Kampf beginnt! Mit "gewöhnen Sie sich dran" gebe ich mich nicht zufrieden, jetzt erstrecht!






Jedenfalls passierte kurz vor Weihnachten ein kleines Wunder.... Gunnar wachte auf....  nicht wie in schlechten Filmen... Augen auf und da..... Nein, ganz langsam nur. Kaum spürbare Reaktionen, für die Ärzte war es "ohne Veränderung" aber da war was und ich konnte es irgendwann auch beweisen. Er konnte sich noch nicht weiter äussern, sah immernoch schlafend aus aber er küsste... Wenn ich mich über ihn beugte spitzte er die Lippen und ich hab dann die Station zum Show-Küssen zusammengetrommelt. Da war der Punkt erreicht, das auch die Ärzte mich für voll genommen haben. Ab da war ich keine hysterische Angehörige mehr, die Sachen sehen will die nicht da sind! Er wachte jeden Tag ein wenig mehr auf.... leider für unser Gesundheitssystem zu langsam und er wurde von der Krankenkasse rehatechnisch ausgesteuert.





Tag 48 gesamt.
Mobilisation ins sitzen. Ich habe permanent auf den Monitor gestarrt aus Angst der Kreislauf könne kippen aber Gunnar hat das erste mal sitzen, 2 Stunden, ohne Probleme durchgestanden.









Tag 81 gesamt.
Auf drängen der Therapeuten wurde endlich das Tavor abgesetzt und Herr M. ist stundenweise wach. Schön wenn Ärzte auf "niedere" Angestellte hören! Die TK ( Trachial-Kanüle, zur Beatmung, Atemhilfe ) wurde 2 Tage zuvor gezogen und der Hals gehört wieder ihm. Von Eigenbewegung noch weit weg aber Malte hält die Zeitung und Gunnar kann lesen:

"Die Telekom kauft Bundesliga? Ne?!" Momente unendlichen Glücks!




Das heisst ich habe ihn im Februar 2007 nachhause geholt. Seid dem habe ich das Gefühl, wir leben selbst in einem Rehazentrum... täglich mehrfache Therapien. Es gibt Tage, da reichen sich unsere Therapeuten die Klinke in die Hand aber wir haben erreicht was keiner für möglich gehalten hat. Er ist komplett wach.

Die Fotos wurden von mir bearbeitet, dies soll kein zur Schau stellen sein, sondern nur ein Einblick! Deswegen wirken die Bilder unscharf und verschwommen.
von Tasha - veröffentlicht in: Zeit des Erwachens
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Sunday, 8. june 2008 7 08 /06 /Juni /2008 19:36
2. November  2006

Es ist 8.00 Uhr früh... Ich hatte den Tag zuvor Spätschicht und konnte also ausschlafen... die Tür geht auf....

Gunnar steht an meinem Bett: "Schatz, mir ist schlecht. Ich muss zum Doc aber ich fühl mich nicht gut geung um alleine zu fahren"

Kein Thema... ich bin ins Bad, kurz ´ne Katzenwäsche und mit den Socken in der Hand hab ich mich dann aufs Sofa gesetzt um sie anzuziehen. Wie ich da so bei war, hörte ich von Gunnar den Satz: "Schön wenn der Schmerz nachlässt, die 4. Novalgin scheint zu wirken......" Der letzte Satz, den ich für lange Zeit aus seinem Mund hören sollte!

Ich blickte kurz auf und was dann kam was wie in einem schlechten Film. Gunnar kippte rückwerts um und alles was er noch von sich gab war ein fieses Röcheln. Das hatte Ähnlichkeit mit dem Grunzen einen Schweines.

Ich bin von Sofa hochgesprungen, habe ihn geschüttelt.... nix... eine Ohrfeige... nix.....

Telefon.... 110

Tür auf und nach oben gerufen.....: "Dedl.... Hilf mir!"

Zusammen haben wir Gunnar 20 Minuten reanimiert bis der RTW kam. Nach dem 3. mal defribilieren und einer Adrenalinspritze ins Herz, hatten Sie ihn dann wieder! Der RTW fuhr eine halbe Stunde später ab und was blieb war eine zitternde Natascha....

Was ist passiert? Klar.... Gunnar hatte zwar Bluthochdruck und sollte einen Beipass im Bein gelegt bekommen aber er war erst 4 Tage zuvor zum EKG, weil ihm schon seid einigen Tagen nicht gut war. Das EKG war ohne Befund... der Arzt hatte einen eingeklämmten Nerv in der Schulter diagnostiziert und dagegen das Novalgin verschrieben. Hat er das Medikament nicht vertragen? Ein allergischer Schock?

Nun.... erstmal hab ich selbst auf der Arbeit angerufen um mich für "heute" zu entschuldigen.... danach Gunnars Familie informiert. Ich kann das Pack nicht ausstehen aber in solchen Momenten sollte man da drüber stehen.

Dann ab ins Krankenhaus. Wie ich ankam sass Gunnars Mutter schon dort. Wie ich diese Frau verabscheue aber ich habe gute Mine zum bösen Spiel gemacht. Sie kam auf mich zu und nahm mich in den Arm. Etwas das ich nur sehr widerwillig zulassen konnte aber bloss keinen Stress vor der Intensivstation...

Irgendwann kam dann auch der Arzt. Gunnar hatte einen schweren Vorderwandinfarkt..... Sie haben ihm einen Stint gelegt und Gunnar in ein künstliches Koma versetzt, damit sie seine Körpertemperatur runterkühlen konnten um einen Hirnschaden abzuwenden.

von Tasha - veröffentlicht in: Zeit des Erwachens
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  • Auch harte Schalen haben weiche Kerne. Oft besserwisserisch aber durch gute Argumentation bekehrbar. Nicht immer leicht zu nehmen aber auch nicht allzu schwer verdaulich. Sarkastisch, ironisch, mit schwarzem Humor, diskussionsfreudig und lacht gerne

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