Dienstag, 18. november 2008
Ich bin zu faul zum suchen... Irgendwo gibt es zu dem Thema schon
Erklärungen aber es geht schneller, nochmal zu schreiben, als mich durch das Chaos in meinem Blog zu wühlen ;)
Botox... Nun ja, wenn es nicht gerade für die Schönheitschirugie missbraucht wird, hat das Zeug einen rechts sinnvollen Zweck und zwar in der Neurologie.
Was macht Botox? Es lähmt Muskeln, das ist ja aus dem Fernsehen hinreichend bekannt und wenn man damit teilweise nichtvorhandene Stirnrunzeln glätten kann, kann man damit auch andere Muskeln
lähmen. Wobei also ist es nützlich? Bei Spastiken!
Wobei Spastik nicht gleich Spastik ist. Wie ich lernen musste, können viele Neurologen eine Spastik nicht von einer Dysthonie unterscheiden. Es hat mich in der letzten Reha vier Wochen meines
Lebens gekostet, den Ärzten beizupulen, dass der Mister nur noch im Beinbereich eine Restspastik hat, ansonsten eben eine Dysthonie, sprich erhöhte Muskelspannung hat.
Die guten Menschen dort wollten ihm nämlich ein echt heftiges Medikament gegen Spastik geben. Baclophen und das nimmt man nicht einfach so, nein, das bekommt man über eine Medikamentenpumpe
verabreicht, welche im Rücken unter die Haut implantiert wird und das Baclophen von dort aus direkt in die Nerven des Rückenmarks befördert und somit, je nach Einsetzhöhe, den gesamten Mechanismus
lahmlegt. Quasi eine dauerhaft medikamentös verursachte Querschnittslähmung. Feine Sache bei einer generalisierten Spastik, beim Mister jedoch völliger Quatsch!
DENN Baclophen legt nicht nur die betroffene Muskulatur lahm, sondern die gesamte. Also auch die guten Muskeln, die man braucht, damit sie selbst die betroffenen korrigieren können. Ausserdem hat
das Zeug einen Arsch voll Nebenwirkungen. Andauernde Müdigkeit, ebenso dauerhafte Übelkeit.... Weil eben auch Teile der Muskulatur des Magen und Darmstraktes und der Lunge mit lahm gelegt werden
und damit sind eben eben genannte Nebenwirkungen Usus.
Der Vorteil am Botox ist der, dass wenn man nicht gerade hypersensibel und / oder allergisch darauf reagiert, dass es keinerlei Nebenwirkungen hat. Man kann gezielt die spastischen muskeln lähmen
und den Gesunden somit die Chance geben den "Fehler" auszugleichen.
Beim Mister ist die linke Ferse, das rechte Knie, die rechten Zehen und Minimal noch die Abduktoren betroffen. So kann man hier ein wenig spritzen, dort etwas und dann hat man für das nächste
Vierteljahr Ruhe und man kann ohne weiteres normal weiter therapieren.
Es gibt noch ein Medikament, dass dem Mister vielleicht helfen würde. Mydocalm aber auch das geht auf die Magen, Darm, und Lungenmuskulatur und mach permanent müde und einem ist dauerschlecht als
sei Mann schwanger. Das Zeug sollte man umbenennen in Müdocalm ;)
Lange Rede, kurzer Sinn - Botox ist mein Mittel der Wahl bei begrenzten Spastiken, wie der Mister sie hat!
von Tasha
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veröffentlicht in: Zeit des Erwachens
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Sei lieb gegrüßt und träum was nettes.
Kvelli
ja, als übersetzer für fachchinesich bin ich mittlerweile ganz brauchbar, gelle ;)
dir auch schöne träume, gute nacht!
Man darf nicht vergessen, dass es ein Gift ist.
So viel ich weiß wird es -um genau zu sein- in den Nervenansätze des Muskels gespritzt.
Egal: wenn es den Mister hilft und er bei einem Spezialisten das macht lässt, ist es toll.
Theo hatte auch ein paar Mal diese Behandlung , es hat schließlich nicht viel gebracht, so dass ich damit aufhören ließ.
Ich habe so viel schlechtes gehört und gelesen über Nebenwirkungen von Antiepileptika und was ist jetzt? Theo geht es mit seinem Keppra so gut und die Nebenwirkung ist bei ihm eine Aufhellung und Wachheit.
Deswegen mein Senf: es gibt irgendwo das Richtige und die richtige Dosierung für einem.
Man kann es nur suchen und ausprobieren .
spass beiseite...
wie gesagt. bei generalisierten spastiken beispielsweise taugt das nicht, man hat eine obergrenze und kann immer nur kleine bereiche damit erreichen. soviel kann man gar nicht spritzen. auch bei theo, wenn ich die fotos richtig deute, wäre botox käse. aber beim mister mit 3 baustellen ist es eben genau richtig.
keppra hatten wir auch. wir kamen mit keppra, orfiril, rivotril aus der ersten reha. er bekam das aber nicht gegen epileptsie, sondern gegen myoklonien. das keppra hatte ausser nebenwirkungen null positive und war das erste was ich absetzte. das hat schlimme unruhezustände bei ihm verursacht.
jetzt haben wir eine kombi aus orfiril, pirazitam, dantamacrin und nacom und ein rest rivtril. das schleichen wir noch aus aber im ganzen ist die einstellung super. hat zwei gebraucht das richitige zu finden. wie du sagst... man muss suchen und das ist das reinste rumexperimentieren teilweise aber mehr kann man bei neurologischen erkrankungen tatsächlich nicht machen.
ich halte das eh für schwachsinn, scheiss auf falten, die gehören eben dazu....