"Der Tod hätte auch gereicht...."
Was ein Satz aber auf solche Gedanken kommt man wohl.
Ich für meinen Teil nicht aber ich kann es, wenn ich auch grundanderer Meinung bin, verstehen wenn Angehörigen und Betroffenen solche Gedanken kommen!
Was das soll? Alle Paar Wochen setze ich mich mal ran und und google nach Begriffen wie Koma, Wachkoma, Lockin und immernoch finde ich neue Artikel.
Der Titel dieses Beitrages hatte für mich im ersten Moment einen bitteren Beigeschmack aber denkt man einen Momemt darüber nach, kommt man dahinter. Das ist die Aussage eines Betroffenen, der heute auch froh ist überlebt zu haben. Solche Gedanken kommen einem im ersten Moment. Man realisiert in seinem Körper gefangen zu sein, ohne auch nur zu einer Regung fähig zu sein. Irgendwann dreht sich das... man fängt an zu kämpfen.
In der nächsten Seite auf die ich gestossen bin, ging es um einen jungen Mann der nach einem Unfall im Wachkoma lag. Von den Ärzten aufgebeben, legte man seinen Eltern nahe die Lebenserhaltenen Massnahmen zu beenden. Heute, 2 Jahre später, ist er geistig auf dem Stand eines Grundschülers aber ist wach und wieder halbwegs auf den Beinen. Das Ende ist und bleibt offen aber der „Bengel“ ( um die 20 Jahre alt ) hat Ziele.
Seine Mutter hat einen Satz gebracht, der den Nagel auf den Kopf trifft.
„Wir lernen mit ihm zusammen jeden Tag neu zu Leben“
Und das stimmt, man schaut nicht zurück! Man fängt ohne wenn und aber noch einmal ganz neu an zu leben, ein komplett anderes Leben, welches man sich bei aller Fantasie im Vorfeld nicht Ansatzweise vorstellen kann. Alles was bis dahin zählte hat keinen Wert mehr! Es passiert einfach. Man wird in etwas reingeschubst, von dem man keine Ahnung hat und eigentlich auch nichts wissen möchte aber es ist dann eben so und die Altenativen sind nicht die Grössten.
Ein nicht minder lebenswertes Leben! Ein Anderes aber doch ein Schönes!
Wäre der Tod wirklich besser? Ich weiss es nicht... So sehr ich eine solche Aussage nachvollziehen kann, bin ich der festen Überzeugung, dass man jedes Leben qualitativ hochwertig gestalten kann.
Mir wurde auch gerade in der Anfangszeit öfter die Frage gestellt was zu tun sei, würde es zu Verschlechterung kommen. Nochmal reanimieren? Am Leben erhalten oder gehen lassen?
Damals hätte ich den M. freiwillig nicht gehen lassen aber es gab eine Verfügung. Keine Patientenverfügung im rechtlichen Sinne. Einfache Instruktionen für mich, was für den Fall der Fälle zu tun wäre. Diese besagte – „gehen lassen“ und so habe ich wider meiner eigenen Meinung dem M. seine akzeptiert und dementsprechend geantwortet. Heute bin ich froh, dass dieser Fall nicht wieder eingetreten ist. Denn heute will er leben! Es sind zwei grundverschiedene Dinge sowas im Vorfeld zu bestimmen und mittendrin zu stecken. Die Sichtweisen ändern sich. Ich mag´s mir gar nicht vorstellen...
Sicher macht eine Patientenverfügung Sinn aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Alle Fälle, mit denen ich mich bisher befasst habe besagen, dass man im nachhinein leben will. Egal wie oft zuvor gesagt hat – alles aber nicht „sowas“!
Wir Gesunden sind gefragt, dafür zu sorgen das ein Leben lebenswert bleibt!
Mein persönlicher Buchtip zu dem Thema: Schmetterling und Taucherglocke