Bist du arm?

Veröffentlicht auf von Tasha

Zum Aktionstag 2008 gegen Armut

W
as ist denn nun Armut?
Sind wir ( ich und der Mister ) arm, da wir auf Unterstütung vom Amt angewiesen sind. Dieses böse Schimpfwort Hartz IV oder ALG2. Können wir uns deswegen arm nennen? Wo fängt Armut an?
Ich für meinen Teil würde mich alles mögliche aber nicht arm bezeichnen wollen. Arm sind die "Anderen". Arm sind jene, die heute den 4. oder 5. Tag in Folge an einer einizigen Scheibe Brot knabbern - wenn sie Glück haben. Arm sind jene, die Unterstützung, wie sie hier zu Lande möglich ist, sofort annehmen würden um nicht verhungern zu müssen!
Nein! Und geht es uns hier in Deutschland noch so schlecht gerade, das soziale Netzwerk greift noch und verhungern muss hier wirklich Niemand und trotzdem wird es immer wieder übersehen. Es wird gejammert und geweint, weil das Geld zwei Wochen eher aus ist als der Monat. Es wird lamentiert wie schlecht es uns doch geht und wie arm wir doch dran sind. Sind wir das wirklich?
Haben wir keine ärztliche Versorgung? Auch wenn diese dank des Systems nicht mehr das bietet, was es mal war aber in Deutschland stirbt keiner mangels ärztlicher Versorgung.
Können unsere Kinder nicht in den Schulen für ihre eigene Zukunft lernen und sich selbst so Grundsteine legen?
Muss man in Deutschland auf der Strasse leben? Sicher wählt manch einer aus falschem Stolz diesen Weg aber ein Muss gibt es auch hier nicht. Das soziale Netz greift auch hier.

Bin ich persönlich arm, weil ich ein vielleicht "anderes" Leben führe als der Durchschnitt?
Bin ich arm, weil ich einen behinderten Mann pflege?
Bin ich deswegen arm?
Nein!
Ich bin reich! Ich habe täglich mein Essen. Wann immer ich durtig bin drehe ich den Wasserhahn auf. Ich habe ein Dach über dem Kopf und ich kann jeder Zeit auf eine ärztliche Versorgung zurückgreifen.
Ich bin reich, weil mich erfüllt was ich tue.
Ich bin reich, weil ich sehe, was der Mister durch meine Hilfe erreichen kann.
Ich bin reich, weil ich nicht einen Tag an mir selbst und dem was ich mache gezweifelt habe.
Ich bin reich, weil es Menchen gibt, die ohne wenn und aber für mich da sind!

Und mein Mister? Ist er arm, weil er behindert ist? Weil er sich alles neu erlernen muss? Ist er arm, weil es nicht mehr ist wie es war?
Nein. Anfangs stand diese Frage wie ein Damoklos Schwert über mir - wäre er lieber gestorben?
Nein, auch so ein Leben findet er lebenswert und sagt jemand armer Kerl, bekommt er zur Antwort "Arme Kerle sind die Anderen"
Die Kinder mit den vor Hunger aufgeblähten Bäuchen. All die Menschen, die an Unterernährung sterben oder an mangelhafter bis gar nicht vorhandener medizinscher Versorgung!

Nun kommt da der eine oder Andere vielleicht daher und spricht von Kinderarmut in Deutschland. Nun, wenn Eltern beispielsweise Geld lieber vertrinken, verrauchen, auf pump irgendwelchen Schwachsinn kaufen, den sie sich nicht leisten können oder sonst was, kann es natürlich sein, dass es Kinderarmunt in diesem Sinne gibt.( Aber Armut in Deutschland hat dann doch eine etwas andere Qualität ) Und das ist sicher schrecklich aber doch wohl auch oft eher selbstgemachtes Elend. Ein fünfköpfige Familie in Deutschland, die ALG2 bezieht, hat mittlerweile das selbe auskommen wie eine ebenso grosse Familie wo gearbeitet wird!?

Du hast Essen, du hast Trinken - du kannst nicht arm sein!


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Veröffentlicht in Nachgedacht

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T
Man kann über Deutschland sagen und denken, was man will, aber Hunger muß hier keiner leiden. Dafür gibt es Gott sein Dank genug soziale Einrichtungen ( DIE TAFEL, Heilsarmee ), die sich um Bedürftige kümmern. Wie du schon sagtest: Essen und Trinken. Wer das hat, ist nicht arm!
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T
<br /> eben! alle anderen die von sich behaupten sie seien arm, haben eine komplett falsche selbstwahrnehmung und sind unfähig über den tellerrand zu schauen!<br /> <br /> <br />
K
Ich mag dieses Wort "arm sein" schon lange nicht mehr und lasse es auch nicht gelten. Die Definition von arm im Sinne von materialistischem Denken kann sicher auf einfache Art beschrieben, gedeutet und erklärt werden. Aber das trifft meiner Meinung nach nicht den Punkt. Menschen die täglich ums Überleben kämpfen müssen nicht zwangsläufig arm sein, sie sind zwar arm dran, aber wer sie als arme betitelt nimmt diesen Menschen meistens alles, was für sie selbst Reichtum betrifft, und wenn es nur innerer Stolz oder die Erfahrungen sind. Man nimmt ihnen womöglich noch das letze bisschen Eigentum das sie haben, ihre Ehre.Dass heutzutage Menschen mit kaum was zu essen als arme gleichgesetzt werden, mit Menschen, die sich kein Auto leisten können, das ist für mich nicht nachvollziehbar.Hier prangere ich auch die Kirchen an, die durch ihre verschrobene und verstaubte Taktik ihren Glaubensbrüdern eintrichtern, was Armut ist, was dagegen zu tun ist. Das gleiche gilt für mich für sämtliche Politiker, die fast ebenso mit der Abstufung arm zu reich umgehen.Für mich sind alle arm, die Menschen als arm bezeichnen, nur weil sie keine oder kaum finanzielle Mittel haben. Diese Menschen bedürfen unserer Hilfe, sind hilfsbedürftig, aber keinesfalls als arm zu bezeichnen.Zu mir selber muss ich sagen, ich bin ein armes Schwein, weil ich nicht in der Lage bin, Änderungen herbeizuführen.Wenn die hochpotentiierten Industriestaaten nur wollten, es bräuchte keine Unterscheidung mehr zwischen arm und reich geben. Es würde reichen zwischen hilflosen und aus dem Füllhorn schöpfenden zu unterscheiden. Für mich ist das nicht dasselbe. DLeider ist dieser Kreis nie zu schließen, egal, wie auch immer man das Kind beim Namen nennt. Lieben Gruß und noch einen schönen AbendKvelli
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T
<br /> das kann ich so unterschreiben! und wenn man das wort dann schon verwendet, sollte man sorgsam damit umgehen. man verfällt heute zu sehr ins jammern. die bilder aus der dritten welt, sollten uns<br /> doch eigentlich zeigen wie gut es uns geht und dass es keiner materiellen güter bedarf um reich zu sein, oder?<br /> mich nervt es jedenfalls...<br /> und ja - in der beziehung sehe ich mich auch als armes schwein! als armes hilfloses schwein, mit einem kopf voller ideen aber unfähig die umzusetzen :(<br /> <br /> <br />
M
zwei Einsichten... Armut ist relativ. Und: im Vergleich mit anderen kann man sich auf das konzentrieren, was man nicht hat... oder das schätzen lernen, was man hat. Für uns ist Vieles so selbstverständlich, dass wir es nicht mehr wahrnehmen. In der Auseinandersetzung mit Krankheiten, Behinderungen, Armut, Hunger, Not lernen wir es vielleicht (wieder) schätzen, was es bedeutet, zu sehen, zu essen, zu gehen, zu trinken, zu hören und zu fühlen....
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T
<br /> armut ist wenn überhaupt nur im auge des einzelnden relativ. man kann es nicht zu sehr relativieren. man kann "armut" in deustchlan nicht mit der anderer länder vergleichen. das hinkt... wir sehen<br /> viel zu sehr nur auf uns und wie schlaecht es uns doch geht. geht es uns wirklich schlecht? i don´t thnik so. jedenfalls nicht so sehr, das wir uns arm nennen dürfen ohne das andere sich dadurch<br /> ins gesicht geschlagen fühlen.<br /> <br /> <br />